Baufinanzierungszinsen auf neuem Tiefstand – laut Angaben des etablierten Finanzdienstleisters Dr. Klein & Co. AG zufolge sind die Baufinanzierungszinsen in Deutschland in der 2. Aprilwoche auf ein neues Rekordtief gesunken. Zurückzuführen sei dieses auf die gesunkenen Renditen der deutschen Staatsanleihen, der Papiere, die sich als wahre Sicherheitsanker während der unsicheren Zeiten bewährt haben. Fällt oder steigt die Nachfrage nach diesen Papieren, fallen oder steigen auch deren Zinsen, infolge dessen auch die Zinsen für Baudarlehen. Laut Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG, Stephan Gawarecki, ist die starke Nachfrage nach deutschen Staatspapieren in erster Linie durch die gestiegene Unsicherheit der Anleger wegen der Schuldenkrise in der Eurozone zu erklären. Hinzu kämen aber auch die Ängste um die wirtschaftlichen Probleme im Euroland.
 

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Baufinanzierungszinsen sinken als Nachwirkung der Zypernkrise auf die Kapitalmärkte

Zwar ist die Schuldenkrise der Eurozone noch lange nicht aus der Welt. Doch die jüngsten Berichte über die Rettung der zyprischen Banken haben die Wogen der Ängste der Deutschen um ihr Vermögen erneut in Bewegung gebracht. Die Frage „Ist mein Geld sicher?“ wurde wieder aktuell. Folglich ist die neue Unsicherheit an den Geldmärkten eine leicht verständliche Reaktion auf den in Zypern vorgenommenen drastischen Akt zur Bankenrettung, die Zwangsabgabe der vermögenden Bankkunden. Die neu entzündete Angst, dass das zyprische Modell zur Rettung der Banken nun auch in anderen Ländern der Eurozone nachgeahmt werden könnte, ist laut Dr. Klein auch ein Grund für die verstärkte Nachfrage nach deutschen Staatspapieren. Hinzu käme letzten Endes auch die politisch labile Lage in Italien, durch die jede weitere Sanierung der Staatsfinanzen gefährdet wird.

Weitere Hintergründe für den Tiefstand der Baufinanzierungszinsen

Für 2013 rechnet die EZB mit einer zwischen 0,10 % und 0,90 % liegenden Stagnation der Wirtschaft im Euroland. Aus diesem Grund sei eine Leitzinserhöhung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Zumal ja auch die Inflation im Euroraum innerhalb der drei zurückliegenden Monate konstant gefallen sei und aktuell deutlich unter der Grenze von 2 % liegt. In puncto Entwicklung des Leitzinses sieht die Prognose des Finanzdienstleisters wie folgt aus: Die EZB könnte den Leitzins im zweiten Halbjahr 2013 weiter senken. Und zwar falls die für das 2. Halbjahr seitens der EZB erhoffte wirtschaftliche Erholung ausbleiben würde oder sich die Schuldenkrise in der Eurozone verschärfen würde.

In Anbetracht dieser Rahmenbedingungen hat Dr. Klein Chef Gawarecki hilfreiche Tipps für Immobilienfinanzierer: Profitieren können von den äußerst günstigen Baufinanzierungszinsen sowohl potenzielle Immobilienkäufer als auch Immobilienbesitzer, die heute eine Anschlussfinanzierung brauchen. Es sei allerdings nicht vorhersehbar, wie lange es so bleiben wird, denn es sind ja zu viele verschiedene Faktoren, die sich schnell ändern könnten. Auf lange Sicht werden die Zinsen jedenfalls steigen. Wer sich das Risiko, zu früh eine zu teure Anschlussfinanzierung abschließen zu müssen, ersparen will, wählt heute eine lange Zinsbindungsfrist und eine möglich hohe Tilgung.

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