Immobilie immer gleich Betongold? Seit dem Ausbruch der jüngsten Finanzkrise ist vieles anders geworden. Die Guthabenzinsen sind im freien Fall, dagegen steigen die Inflationsraten. Die Sicherheit der klassischen Sparprodukte schwindet, die Angst sein Vermögen wegen der Schuldenkrise einzubüßen, steht im Nacken der Anleger.

Die Geldanlagen verlieren zunehmend an Attraktivität, den Sparern werden nachhaltige Werte schmackhaft gemacht. Neben dem echten Gold steht nun das sogenannte Betongold hoch im Kurs. Die Verbraucher sind auf der Suche nach finanzieller Sicherheit, helfen soll dabei das Betongold. Gemeint sind darunter Wohnimmobilien, die nicht zur Selbstnutzung, sondern zwecks Vermögenserhalt gekauft werden.

Zwar ist es nicht gelogen, dass die Immobilien wertvolles Betongold sein können. Allerdings gilt dieses nicht zu jeder Zeit und nicht für jedes Immobilienobjekt. Bei der aktuellen Situation dürften die Argumente derjenigen, die das Betongold überbewerten, öfter als reine Geschäftemacherei betrachtet werden. Nachfolgend ein kurzer Überblick der „klassischen“ Argumentationen all denen, die selbst am Verkauf oder Vermittlung von Betongold verdienen: garantierte Rendite und Inflationsaugleich, Wertsteigerung und Vermögenserhalt.
 

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Immobilie Betongold – Argument der Rendite und Inflationsaugleich

Dass die Rendite einer vermieteten Immobilie durch die Mieteinnahmen erzielt wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Doch von einer sicheren Einnahme zu reden, ist nicht immer seriös. Bei einem Kaufpreis von 100.000 Euro und einer Nettomieteinnahme von 500 Euro pro Monat (6000 Euro Jahreseinnahme) von sechs Prozent Rendite zu sprechen, ist halbrichtig. Denn der Einnahme stehen Ausgaben gegenüber, die sie mindern. Steht das Objekt eine Weile leer, ist die Einnahme gleich Null, die laufenden Kosten dagegen zu tragen.

Wer mit einer garantierten Rendite wirbt, der behauptet zugleich konsequent, dass diese die Inflation ausgleicht. Theoretisch ist das möglich. In der Praxis sieht es dagegen nicht immer so aus. Auch wenn in der Tat regelmäßig eine hohe Rendite erzielt wird, kann die Inflation gegebenenfalls doch nicht immer ausgeglichen werden. Und zwar dann, wenn die Inflationsrate schneller ansteigt, als die Rendite durch Mieteinnahmen, zumal Mietsteigerungen nicht immer durchsetzbar sind.

Argument der Wertsteigerung und Vermögenserhalt

Ein fadenscheiniges Argument lautet „Grund und Boden können nicht vermehrt werden.“. Nach dem Motto „ist kein Grund und Boden verfügbar, muss er teurer werden.“ Wer einige Quadratmeter auf der Erde besitzt, kann sie nicht verlieren. Der rein physische Wert eines Immobilienobjektes wird damit allerdings überschätzt. Wahr ist, dass der Preis von Grund und Boden steigen kann. Fallen kann er aber genauso. Ein ganz einfaches Beispiel hierfür ist die Verschlechterung der Lage eines Objektes, wodurch es rapide und stark an Wert verlieren kann.

Wer sein Vermögen in eine Immobilie anlegt, kann es zwar erhalten. Doch dafür muss er einiges tun, nämlich das Objekt in gutem Zustand erhalten, erneuern, modernisieren. Dafür entstehen Investitionskosten, die sich nur dann rentieren, wenn zugleich die Einnahmen gesteigert werden. Hierbei hat der Eigentümer sich an verbindlichen Grenzen zu halten. Eine extrem hohe Investition kann er nicht sofort in voller Höhe auf die Miete umlegen.

Der Immobilienmarkt spiegelt stark die politische, wirtschaftliche und geldmarktpolitische Lage wider. Die Märkte regeln sowohl die Immobilienpreise als auch die Miethöhen, somit auch die Frage, wann Immobilen wirklich Betongold sind. Wer sicher daran profitieren will, hat dieses zu berücksichtigen, anstatt sich von pauschalen Argumenten blenden zu lassen.